PM: Friedensübungszentrum in Schnöggersburg eröffnet

– Aktivist_innen besetzen Kriegsübungsstadt in der Altmark

20 Aktivist_innen des Jugendnetzwerks für politische Aktionen (JunepA), der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe und der Musik-Aktionsgruppe Lebenslaute haben in den frühen Morgenstunden die Übungsstadt der Bundeswehr Schnöggersburg besetzt. Diese befindet sich im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Colbitz-Letzlinger-Heide, die als Truppenübungsplatz genutzt wird. Die Aktivist_innen haben ein „Friedensübungszentrum“ eröffnet, mit dem sie ein
deutliches Zeichen gegen den regelmäßigen militärischen Übungsbetrieb setzen, der in der Stadt Schnöggersburg stattfindet.

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„Wir setzen dem Gefechtsübungszentrum ein Friedensübungszentrum entgegen – weil Frieden das ist, was wir üben müssen und nicht Krieg“, sagt Finn Friede von JunepA. Die Friedensbewegten haben ein Haus in der Stadt Schnöggersburg umgewidmet. Es ist mit bunten Bannern geschmückt,
mit Straßenmalkreide wurde die Hauswand gestaltet und im Eingangsbereich stehen Topfpflanzen.
Zusätzlich dazu wurden Straßenschilder umbenannt. „Was in Schnöggersburg im Rahmen der Übungen gespielt wird, ist in vielen Ländern der Welt blutige Realität. Städte sollen aber überall ein Ort des Austauschs, der Begegnung und des friedlichen Miteinanders sein. Genau das wollen wir mit dem Friedensübungszentrum (FÜZ) symbolisieren“, betont Friede.

Das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) hat über hundert Millionen Euro gekostet und wird seit 2009 von dem Rüstungskonzern Rheinmetall betrieben, der mit jeder auf dem Gelände stattfindenden Übung weitere Profite erzielt. Waffen von Rheinmetall sind trotz offiziellem Exportverbot in verschiedenen Konfliktherden nachgewiesen worden (z.B. in den Angriffskriegen gegen die
Menschen im Jemen und in den kurdischen Autonomiegebieten). Viele deutschen Soldat_innen, die in Auslandseinsätze gehen, beispielsweise in Afghanistan und Mali, haben als Vorbereitung an Übungen auf dem GÜZ teilgenommen. Deswegen handelt es sich bei der Heide für die
Aktivist_innen um einen wichtigen Ansatzpunkt des Protestes gegen Militarismus und für eine solidarische Gesellschaft.

JunepA war 2014 schon einmal an einer Besetzung des Truppenübungsplatzes Altmark beteiligt. Für die Aktivist_innen ist die Aktion am GÜZ außerdem eine Fortsetzung ihres Widerstands gegen Rheinmetall, mit dem sie 2017 öffentliche Aufmerksamkeit erregt haben. JunepA hat unter anderem
für seine antimilitaristischen Aktionen im selben Jahr den Aachener Friedenspreis erhalten. Die heutige Aktion wurde in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe und der Musik-Aktionsgruppe Lebenslaute durchgeführt.
Pressekontakt in der Aktion: 015751462348

Ein Kommentar:

  1. Ja, eine wunderschöne Aktion, die zeigt, wo wir mit unserer Friedens-, Antirüstungs-und Antimilitärarbeit weiterkommen: Uns die absurden Orte zur Vorbereitung tödlicher Kriegsführung nehmen und sie umwidmen. Meine Vision: Dies nicht nur „symbolisch“ zu tun, sondern eines Tages auch dauerhaft Schnöggersburg ist der Ausdruck entfesselter, unkontrollierter, liberalisierter Militär- und Rüstungspolitik, verschwenderisch in den gesellschaftlichen Ressourcen für das Militär, wegnehmend denjenigen, die kaum ihre Basisbedürfnisse nach Wohnraum, Sozialraum , billigen Transportmitteln befriedigen können. Was in Schnöggerburg buchstäblich zur Vorbereitung von Krieg aus den Fenstern herausgeschmissen wird, dient zur Verschärfung sozialer Spannungen und führt zu weiterer „Kriegsgewalt“. Nötiger denn je müssen wir lernen, den Frieden einzuüben, auch mit Ziviolen Ungehorsam. Im Güz oder besser im Füz können wir es dort üben. Elu

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