Am 15. Mai haben wir mit 60 Menschen zwei Rheinmetall-Fabriken in Unterlüß blockiert. Rheinmetall ist das größte Rüstungsunternehmen mit Sitz in Deutschland und hat zwei Fabriken in Unterlüß, in denen Waffen/Munition und Landsysteme/Panzer hergestellt werden.

Rund um die Aktion gab es ein Camp, auf dem wir uns vorbereitet haben. Weil das Camp in der Mitte des Ortes auf dem Dorfplatz lag, gab es die Möglichkeit mit Anwohner_innen ins Gespräch zu kommen. Am Sonntag, parallel zur Aktionsvorbereitung, gab es einen Friedensgottesdienst, ein gemeinsames Essen und einen Spaziergang zu den Fabriken. Dieser wurde von der Hamburger Initiative gegen Rüstungsexporte organisiert.

Am nächsten Morgen haben wir uns von verschiedenen Orten aus in Kleingruppen auf den Weg zu einigen Toren und Zufahrtsstraßen der beiden Fabriken gemacht. Dabei sind wir an mehreren Stellen auf die Polizei getroffen, viele Polizeiketten konnten jedoch durchflossen werden. Die Tore konnten durch Sitzblockaden und durch ein Tripod, ein 3 Meter hohes Holzgestell versperrt werden. Dadurch wurde der Betriebsablauf erheblich gestört.

An zwei Orten gab es eine Räumung durch die Polizei und Personalienfeststellungen. Trotzdem beendeten wir die Blockade erst um 13 Uhr selbstbestimmt am Haupttor der Panzerfabrik, zu der zu einem Abschluss noch mal alle Blockierer_innen zusammenkamen.

Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit der Aktion und werten sie als großen Erfolg. Es war die erste eingreifende Aktion in Unterlüß und es sind mit 60 Menschen doppelt so viele Menschen gekommen wie erwartet. Unter den Aktivist_innen waren auch viele Menschen, die vorher noch nie eine Aktion Zivilen Ungehorsams mitgemacht hatten.

Durch die Aktion hat eine große Vernetzung von antimilitaristischen Gruppen und Einzelpersonen stattgefunden, die bundesweit und in der Heideregion agieren. Dies war ein kraftvoller Auftakt für weitere Aktionen und wir sind uns sicher, dass wir wiederkommen werden.

Hier seht ihr einen Film von graswurzel.tv über unsere Blockade