Bericht zur Vattenfall-Blockade

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Bericht zur Vattenfall-Blockade am 15.3. in Berlin

Als alle im U-Bahnhof Naturkundemuseum versammelt waren und eine Person von uns sich auf den Weg in das Kundenzentrum von Vattenfall gemacht hatte, ging es auch schon fast los. Unglaublich aufgeregt schritten wir entschlossen auf das Kundenzentrum zu. Drei Menschen bauten rasch die Leiter auf und lehnten sie an den Balkon im ersten Stock. Zwei weitere kletterten rasch hoch und spannten ein Banner mit der Aufschrift „System change not climate change“ auf. Unter dem Balkon, vor dem Eingang, waren andere damit beschäftigt, unsere mitgebracht Kohle auszukippen, Banner auszulegen und sich vor das Kundenzentrum zu setzen.
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Ziemlich erschrocken waren sie dann von den lauten Schreien und Rufen oben auf dem Balkon. Ein Vattenfallmitarbeiter hatte es sich zum Ziel gemacht, das Banner zu entfernen. Er trat ziemlich aggressiv den Aktivistinnen gegenüber, die versuchten das Banner zu verteidigen. Der Mitarbeiter wurde zwar darauf aufmerksam gemacht, dass er gefilmt wird, das schien ihm aber egal und er hielt an seinem aggressiven Vorgehen fest. Einige Male gelang es den beiden oben auch das Banner wieder aufzuspannen, doch da die Lage irgendwann etwas brenzlig wurde, entschlossen sie sich dazu, das Banner runter zu werfen. Durch lautes Rufen von Sprüchen wie „Kohleabbau stoppen jetzt sofort! Widerstand an jedem Ort!“ wurden sie aber weiterhin bemerkt.

Kurze Zeit später war die Polizei da, nach einigen Verhandlungen unten holten sie die Menschen vom Balkon runter. Diese hatten sich entschlossen die Polizei zu begleiten, um danach effektiv an der Blockade teilzunehmen. Auch hier spitze sich die ganze Situation nochmals zu. Ein Polizist fühlte sich anscheinend dadurch angegriffen, dass die Aktivist_innen ihm nicht zuhörten. Das Gitarrenspiel wurde durch sein plötzliches Eingreifen unterbrochen, indem er sich in die Menge stellte, erst an der Gitarre, dann an der Aktivistin zerrte. Durch unser Eingreifen in die Situation blieben zum Glück alle soweit unversehrt und die Aktivistin konnte sich wieder zu uns setzen. Nach diesem Zwischenfall wurde de Polizist aus dem Einsatz zurückgezogen, aber die Polizist_innen beharrten nun darauf unsere Personalien zu haben. Allerdings schien der Kommunikationsmensch von Vattenfall die Reaktion der Polizei, genau wie wir, nicht gut zu heißen.
Der weitere Verlauf unserer Blockade verlief daraufhin ruhig. Den gesperrten Vordereingang verschönerten wir mit unserem Banner und mithilfe von Kohle, Schablonen und Sprühkreide machten wir das Vattenfallgelände zu unserem Handlungsspielraum. Währenddessen verteilten wir Flyer, die sowohl auf unsere Aktion, als auch Ende Gelände hinwiesen. Presse war leider wenig zugegen. Um in Berlin wirklich aufzufallen muss wohl eher ein Banner an der Siegessäule aufgehängt werden 😉
Gegen Ende drehten wir ein video zu einem selbst umgedichteten Lied zur Thematik Braunkohle. Beendet haben wir unsere Aktion zu dem uns selbst gewählten Zeitpunkt gegen 16Uhr, die Kohle nahmen wir mit und grillen bald alle zusammen. Den Kohlestaub ließen wir Vattenfall allerdings da, wie sie es sonst auch tun, mit einem Hinweis „Klimaschutz statt Kohleschmutz

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